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Eisbaden: Hype oder unterschätztes Gesundheits-Tool?

  • Writer: Susi Horschig Gök
    Susi Horschig Gök
  • Jul 15
  • 4 min read

Updated: Jul 22

Frau bereitet sich mit bewusster Atmung auf das Eisbaden vor.

Eisbaden polarisiert. 


Für die einen ist es pure Folter, für die anderen der perfekte Start in den Tag. Auf Social Media wird es oft als Wundermittel für alles Mögliche gefeiert – von mehr Energie bis hin zu mentaler Stärke. 

Die Wahrheit liegt, wie so oft, irgendwo dazwischen. 

Denn Eisbaden ist weder ein Zaubertrick noch etwas, das jede Frau unbedingt machen muss. Es ist ein gezielter Reiz für den Körper – und richtig eingesetzt kann genau das spannend sein. 

 

Was passiert eigentlich beim Eisbaden? 

Sobald du ins kalte Wasser steigst, schaltet dein Körper innerhalb von Sekunden in den Aktivierungsmodus. Die Atmung wird schneller, die Herzfrequenz steigt und Stresshormone werden ausgeschüttet. Das klingt zunächst unangenehm, ist aber eine ganz normale Schutzreaktion. Spannend wird es danach: Wenn du lernst, trotz dieser Reaktion ruhig zu atmen und die Situation bewusst anzunehmen, trainierst du nicht nur deinen Körper, sondern auch dein Nervensystem. 

Genau deshalb berichten viele Menschen nach dem Eisbaden von mehr Klarheit, Fokus und Energie. 

 

Der Stoffwechsel-Effekt: Braunes Fett statt weißes Fett 

Ein Bereich, der aktuell besonders intensiv erforscht wird, ist das sogenannte braune Fettgewebe.  Während weißes Fett hauptsächlich Energie speichert, verbraucht braunes Fett Energie, um Wärme zu produzieren. Regelmäßige Kältereize können dieses Gewebe aktivieren und den Energieverbrauch erhöhen. 

Heißt das automatisch, dass Eisbaden schlank macht? Nein. Aber es gibt Hinweise darauf, dass regelmäßige Kälteexposition den Stoffwechsel, die Insulinsensitivität und die Wärmeproduktion des Körpers positiv beeinflussen kann. 


Infografik mit den wichtigsten Wirkungen von Eisbaden auf Körper und Geist – von Stressregulation über Aktivierung bis hin zu Sicherheit und bewusster Anwendung.

 

Mehr als nur körperliche Effekte 

Der größte Nutzen liegt für viele Menschen jedoch gar nicht im Stoffwechsel. 

Sondern in dem Moment, in dem der Körper sagt: "Raus hier!" ...und du trotzdem ruhig bleibst. 


Eisbaden konfrontiert uns mit einem kontrollierten Stressreiz. Wer lernt, diesen bewusst zu regulieren, trainiert Fähigkeiten, die auch im Alltag wertvoll sind: 

  • ruhiger mit Stress umgehen 

  • bewusster atmen 

  • gelassener reagieren 

  • Vertrauen in den eigenen Körper entwickeln 


Deshalb geht es beim Eisbaden nicht darum, möglichst lange im Wasser zu bleiben. 

Sondern darum, die eigene Reaktion kennenzulernen. 

 

Nicht immer sinnvoll: Das richtige Timing zählt 

Kälte ist ein Werkzeug – und wie bei jedem Werkzeug entscheidet der richtige Einsatz über den Nutzen. 

Besonders beim Krafttraining lohnt sich ein genauer Blick. 

Wer Muskelaufbau als Ziel hat, sollte nicht direkt nach intensiven Krafttrainingseinheiten ins Eisbad steigen. Die Kälte kann Anpassungsprozesse abschwächen, die für Muskelwachstum wichtig sind. 

Anders kann es aussehen, wenn Regeneration, Wettkampfvorbereitung oder allgemeines Wohlbefinden im Vordergrund stehen. 

Die Frage ist also nicht: 

"Ist Eisbaden gut oder schlecht?" 

Sondern: 

"Wann und wofür möchte ich es einsetzen?" 

 

Eisbaden ist nicht für jede Person geeignet 

So spannend die möglichen Effekte auch sind – Eisbaden ist nicht für jeden Menschen die richtige Wahl. 


Besondere Vorsicht gilt unter anderem bei: 

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen 

  • unbehandeltem Bluthochdruck 

  • Herzrhythmusstörungen 

  • Raynaud-Syndrom 

  • akuten Infekten oder Fieber 

 

Bei bestehenden Vorerkrankungen sollte eine Teilnahme immer vorher ärztlich abgeklärt werden. 

 

Warum wir im Women's Health CAMP auf Aufklärung setzen 

Bei uns gehört Eisbaden nicht einfach zum Programm. 

Bevor Teilnehmerinnen das erste Mal ins Eiswasser steigen, gibt es immer eine Einführung zum Thema. Dabei sprechen wir über die Wirkmechanismen, mögliche Vorteile, Grenzen und Kontraindikationen sowie die Rolle der Atmung. 

Denn unser Ziel ist nicht, möglichst viele Frauen möglichst lange ins kalte Wasser zu schicken. Unser Ziel ist, Wissen zu vermitteln, Sicherheit zu schaffen und neue Erfahrungen in einem geschützten Rahmen zu ermöglichen. 


Und vielleicht ist genau das auch der wichtigste Punkt: 

Ich selbst bin ein großer Fan vom Eisbaden. Für mich ist es ein wunderbares Werkzeug, um zur Ruhe zu kommen, mich selbst zu spüren und wieder bei mir anzukommen. Trotzdem gehe auch ich nicht jeden Tag ins Eis. 

Es gibt Phasen, in denen mein Körper nach Aktivierung ruft – und andere, in denen Wärme, Ruhe oder Regeneration die bessere Wahl sind. Gerade in besonders stressigen Zeiten oder in bestimmten Zyklusphasen kann das ganz unterschiedlich aussehen. Eisbaden ist für mich deshalb kein Leistungstest. 

Es ist eine Einladung, wieder hinzuhören. Hinsehen. Hinfühlen. 

Und wahrzunehmen, was der eigene Körper gerade wirklich braucht. 

 

Susi Horschig Gök beim Eisbaden im Women's Health CAMP

Ich selbst bin ein großer Fan vom Eisbaden. Für mich ist es ein wunderbares Werkzeug, um zur Ruhe zu kommen, mich selbst zu spüren und wieder bei mir anzukommen. Trotzdem gehe auch ich nicht jeden Tag ins Eis. 

Es gibt Phasen, in denen mein Körper nach Aktivierung ruft – und andere, in denen Wärme, Ruhe oder Regeneration die bessere Wahl sind. Gerade in besonders stressigen Zeiten oder in bestimmten Zyklusphasen kann das ganz unterschiedlich aussehen. Eisbaden ist für mich deshalb kein Leistungstest. 

Es ist eine Einladung, wieder hinzuhören. Hinsehen. Hinfühlen. 

Und wahrzunehmen, was der eigene Körper gerade wirklich braucht. 



Eisbaden ist kein Wundermittel. 

Aber es kann ein spannendes und unglaublich wertvolles Werkzeug sein, um den Körper zu aktivieren, den Umgang mit Stress zu trainieren und bewusster mit Regeneration und Gesundheit umzugehen. 

Nicht weil wir lernen, Kälte auszuhalten. Sondern weil wir lernen, uns selbst besser wahrzunehmen. Wann brauche ich Aktivierung? Wann brauche ich Ruhe? 

Wann darf ich mich einer Herausforderung stellen? Und wann ist es klüger, meinem Körper etwas anderes zu geben? 

Für mich beginnt genau dort Gesundheit: nicht im ständigen Optimieren, sondern im bewussten Wahrnehmen. 

Vielleicht liegt genau darin die größte Stärke des Eisbadens. Nicht in der Kälte selbst, sondern in der Verbindung zu dir. 

Und manchmal liegt genau außerhalb der Komfortzone die Erfahrung, die uns zeigt, wie viel eigentlich in uns steckt. 


Vielleicht bist du jetzt neugierig geworden.

Dann laden wir dich herzlich ein, Eisbaden im Women's Health CAMP selbst auszuprobieren – mit professioneller Begleitung, einer ausführlichen Einführung und einer starken Community an deiner Seite. In deinem eigenen Tempo kannst du herausfinden, ob Eisbaden zu dir und deinem Körper passt.


Trainerin begleitet Teilnehmerinnen beim gemeinsamen Eisbaden im Women's Health CAMP und sorgt für einen sicheren Einstieg in die Kältetherapie.


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